Powerbank-Kapazität: So findest du die richtige Größe

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Die Kapazität gehört zu den wichtigsten Angaben einer Powerbank. Gleichzeitig sorgt sie häufig für falsche Erwartungen. Eine Powerbank mit 10.000 mAh lädt ein Smartphone mit einem 5.000-mAh-Akku nämlich nicht automatisch zweimal vollständig auf.

Der Grund dafür sind unterschiedliche Spannungen sowie Verluste in der Ladeelektronik, im Kabel und im Akku des angeschlossenen Geräts. Außerdem sagt die Kapazität noch nichts darüber aus, wie schnell ein Gerät geladen wird oder ob sich eine Powerbank für ein Notebook eignet.

Als einfache Orientierung gilt: Für den normalen Alltag sind 10.000 mAh häufig ein guter Mittelweg. Bei längeren Reisen oder mehreren Geräten sind 20.000 mAh meist sinnvoller. Für Laptops musst du zusätzlich auf Wattstunden, Ladeleistung und USB Power Delivery achten.

Was bedeutet die Kapazität einer Powerbank?

Die Kapazität beschreibt, wie viel elektrische Ladung beziehungsweise Energie eine Powerbank speichern kann. Auf dem Gehäuse und in Produktbeschreibungen wird sie meistens in Milliamperestunden angegeben. Die Abkürzung dafür lautet mAh.

Eine Powerbank mit 20.000 mAh kann grundsätzlich mehr Energie speichern als ein vergleichbares Modell mit 10.000 mAh. Das bedeutet jedoch nicht, dass du diesen Wert direkt mit der Akkukapazität deines Smartphones vergleichen kannst.

Der mAh-Wert bezieht sich immer auf eine bestimmte Spannung. Die internen Lithium-Akkuzellen einer Powerbank arbeiten je nach Zellchemie und Konstruktion mit einer anderen Nennspannung als der USB-Ausgang.

Deshalb ist bei einem genauen Vergleich die Angabe in Wattstunden, kurz Wh, aussagekräftiger. Sie beschreibt die gespeicherte Energiemenge unter Berücksichtigung der Spannung.

Die Umrechnung lautet:

Wattstunden = Milliamperestunden × Spannung ÷ 1.000

Eine Powerbank mit 10.000 mAh und einer angegebenen Zellspannung von 3,7 Volt enthält rechnerisch:

10.000 × 3,7 ÷ 1.000 = 37 Wh

Bei 20.000 mAh wären es unter denselben Voraussetzungen 74 Wh. Prüfe dabei immer die auf dem Gerät angegebene Spannung, statt automatisch mit 3,7 Volt zu rechnen.

Nennkapazität und nutzbare Kapazität sind nicht dasselbe

Powerbank-Kapazität mit Energieverlusten bei der Spannungswandlung
Durch Spannungswandlung und Ladeverluste ist nicht die gesamte Powerbank-Kapazität nutzbar.

Die aufgedruckte Kapazität bezieht sich normalerweise auf die Akkuzellen im Inneren der Powerbank. Dein Smartphone bekommt diese Energie jedoch nicht direkt aus den Zellen.

Zunächst muss die Elektronik der Powerbank die Zellspannung in eine passende USB-Ausgangsspannung umwandeln. Beim normalen USB-Laden sind das häufig 5 Volt. Bei Schnellladeverfahren können auch höhere Spannungen verwendet werden.

Bei jeder Umwandlung entstehen Verluste. Ein Teil der gespeicherten Energie geht dabei in Form von Wärme verloren. Weitere Verluste entstehen im Ladekabel, in der Ladeelektronik des Smartphones und beim Laden des Geräteakkus.

Deshalb kommt niemals die gesamte gespeicherte Energie beim angeschlossenen Gerät an. Für eine grobe Planung kannst du damit rechnen, dass nach der Spannungswandlung und weiteren Ladeverlusten etwa 70 bis 80 Prozent der gespeicherten Energie beim Endgerät ankommen.

Das ist kein fester Wert für jede Powerbank. Wie viel Energie tatsächlich nutzbar ist, hängt unter anderem von der Powerbank, dem angeschlossenen Gerät, dem Kabel, der Temperatur und der verwendeten Ladeleistung ab.

Eine Powerbank mit 10.000 mAh kann ein Smartphone mit 5.000 mAh daher meist etwas mehr als einmal vollständig laden. Zwei volle Ladungen sind unter normalen Bedingungen jedoch nicht zu erwarten.

So berechnest du die benötigte Powerbank-Kapazität

Powerbank-Kapazität berechnen mit Faustformel für 5000, 10000 und 20000 mAh
Mit einer einfachen Faustformel lässt sich die passende Powerbank-Kapazität für dein Gerät gut abschätzen.

Für Smartphones und ähnliche Geräte kannst du eine vereinfachte Faustformel verwenden. Dafür brauchst du die Akkukapazität des Geräts und musst überlegen, wie oft du es unterwegs laden möchtest.

Die Formel lautet:

Benötigte Powerbank-Kapazität = Geräteakku × gewünschte Ladungen ÷ 0,75

Der Faktor 0,75 berücksichtigt einen angenommenen nutzbaren Anteil von 75 Prozent. Das Ergebnis ist nur ein Näherungswert. Genauer wird die Berechnung, wenn du die Energie von Powerbank und Endgerät in Wattstunden vergleichst.

Beispiel: Smartphone einmal vollständig laden

Dein Smartphone besitzt einen Akku mit 5.000 mAh. Du möchtest es unterwegs einmal vollständig laden:

5.000 mAh × 1 ÷ 0,75 = rund 6.700 mAh

Eine Powerbank mit 5.000 mAh wäre dafür zu knapp. Mit 10.000 mAh hast du genügend Reserve und kannst das Smartphone je nach Bedingungen noch ein weiteres Mal teilweise nachladen.

Beispiel: Smartphone zweimal vollständig laden

Möchtest du denselben 5.000-mAh-Akku zweimal vollständig laden, ergibt sich:

5.000 mAh × 2 ÷ 0,75 = rund 13.300 mAh

Eine Powerbank mit 10.000 mAh reicht dafür wahrscheinlich nicht. Mit 20.000 mAh bist du deutlich realistischer aufgestellt und hast zusätzlich etwas Reserve für Kopfhörer, eine Smartwatch oder andere Kleingeräte.

Bei Tablets und Laptops solltest du möglichst mit Wattstunden rechnen. Die Wh-Angabe findest du häufig auf dem Typenschild, im Datenblatt oder direkt auf dem Akku des Geräts.

Welche Kapazität passt zu welchem Einsatz?

Die größte Powerbank ist nicht automatisch die beste Wahl. Mit steigender Kapazität nehmen meistens auch Gewicht und Abmessungen zu.

KapazitätsklasseTypischer EinsatzPraktische Einschätzung
bis 5.000 mAhkurze Wege, Notreservesehr kompakt, für eine vollständige Smartphone-Ladung oft zu knapp
etwa 10.000 mAhAlltag, Pendeln, Tagesausflugguter Kompromiss aus Größe, Gewicht und Energiereserve
etwa 20.000 mAhReisen, mehrere Geräte, Tabletviel Reserve, aber deutlich schwerer
etwa 24.000 bis 27.000 mAhlängere Reisen, leistungsfähige Tablets, geeignete Laptopsliegt je nach Zellspannung häufig in der Nähe von 100 Wh
über 30.000 mAhCamping, Festivals, längere Aufenthalte ohne Steckdosegroß und schwer, Flugregeln besonders genau prüfen

Für Smartphones

Für die meisten Smartphones ist eine Powerbank mit 10.000 mAh eine vernünftige Alltagsgröße. Sie ist noch gut transportierbar und liefert bei üblichen Smartphone-Akkus ungefähr eine vollständige Ladung plus Reserve.

Nutzt du dein Smartphone intensiv für Navigation, Videos, Fotografie oder Spiele, kann eine größere Powerbank sinnvoll sein. Das gilt besonders, wenn du mehrere Tage ohne verlässliche Steckdose unterwegs bist.

Eine kleine Powerbank bis 5.000 mAh eignet sich vor allem als Notreserve. Sie kann verhindern, dass deinem Smartphone unterwegs vollständig der Strom ausgeht, bietet aber häufig keine komplette zusätzliche Akkuladung.

Ob eine kleine oder große Powerbank besser passt, hängt daher stark davon ab, ob dir maximale Mobilität oder eine möglichst große Reserve wichtiger ist.

Für Tablets

Tablets besitzen größere Akkus als Smartphones und benötigen entsprechend mehr Energie. Für gelegentliches Nachladen kann eine Powerbank mit 10.000 mAh genügen. Eine vollständige Tablet-Ladung ist damit jedoch nicht immer möglich.

Für längere Reisen oder das regelmäßige Laden eines Tablets sind 20.000 mAh meist die praktischere Wahl. Achte zusätzlich auf eine ausreichende Ausgangsleistung, damit das Tablet nicht nur sehr langsam geladen wird.

Für Kopfhörer, Kameras und Kleingeräte

Kabellose Kopfhörer, E-Reader, Smartwatches und viele Kameras benötigen im Vergleich zu Smartphones relativ wenig Energie. Eine Powerbank mit 10.000 mAh kann solche Geräte häufig über mehrere Tage versorgen.

Bei Kameras solltest du prüfen, ob der Akku im Gerät über USB geladen werden kann. Manche Modelle lassen sich nur mit einem separaten Ladegerät aufladen. Dieses muss wiederum mit dem Ausgang der Powerbank kompatibel sein.

Für Laptops

Bei einem Laptop reicht eine hohe Kapazität allein nicht aus. Die Powerbank muss auch die passende Ausgangsspannung und genügend Ladeleistung bereitstellen.

Prüfe zunächst, ob dein Notebook überhaupt über USB-C geladen werden kann. Anschließend vergleichst du die benötigte Ladeleistung mit der maximalen Ausgangsleistung der Powerbank.

Eine ausführliche Entscheidungshilfe findest du in meinem Ratgeber zur passenden Powerbank für den Laptop.

Bei Laptops ist eine Berechnung in Wh sinnvoller als der Vergleich in mAh. Hat der Notebook-Akku beispielsweise 50 Wh und die Powerbank 74 Wh, kann eine vollständige zusätzliche Ladung möglich sein.

Garantiert ist sie jedoch nicht. Bei der Spannungswandlung geht Energie verloren, und der Laptop verbraucht möglicherweise während des Ladens weiterhin Strom.

Wenn du noch unsicher bist, welches Modell für dich passt, kannst du dir zusätzlich meine Übersicht der aktuellen Powerbank Bestseller ansehen. Dort bekommst du einen schnellen Überblick über beliebte Modelle und kannst anschließend gezielter nach Kapazität, Anschlüssen und Ladeleistung auswählen.

Kapazität und Ladeleistung nicht verwechseln

Powerbank-Kapazität und Ladeleistung im Vergleich
Die Kapazität bestimmt die Energiemenge, die Ladeleistung dagegen die mögliche Ladegeschwindigkeit.

Kapazität und Ladeleistung beantworten zwei unterschiedliche Fragen:

  • Kapazität in mAh oder Wh: Wie viel Energie kann gespeichert werden?
  • Ladeleistung in Watt: Wie schnell kann diese Energie übertragen werden?

Eine Powerbank mit 20.000 mAh kann sehr viel Energie speichern und trotzdem langsam laden. Umgekehrt kann ein kompaktes Modell mit 10.000 mAh eine hohe Ladeleistung bieten, aber schneller leer sein.

Bei modernen Geräten spielt USB Power Delivery, kurz USB PD, eine wichtige Rolle. Dabei stimmen Powerbank und Endgerät automatisch ab, welche Spannung und Ladeleistung verwendet werden können.

Der USB Implementers Forum e. V. erklärt USB Power Delivery als Standard für eine flexible Stromversorgung über USB.

Ein USB-C-Anschluss allein garantiert allerdings noch keine bestimmte Ladeleistung. Er kann als Eingang, Ausgang oder für beide Richtungen ausgelegt sein. Auch die maximale Leistung kann sich von Anschluss zu Anschluss unterscheiden.

USB-A wird weiterhin für viele Smartphones und Kleingeräte verwendet, liefert aber je nach Powerbank und Ladeprotokoll unterschiedliche Leistungen. Ein Lightning-Anschluss an einer Powerbank dient häufig nur dazu, die Powerbank selbst aufzuladen. Er sagt nichts über ihre Kapazität oder Ausgangsleistung aus.

Weitere Grundlagen dazu findest du in meinem Artikel über Watt, Ampere und Volt beim Laden.

Warum mehr Kapazität nicht immer besser ist

Eine große Powerbank bietet mehr Reserve, ist aber meist schwerer und nimmt mehr Platz ein. Bei gleicher Eingangsleistung benötigt sie außerdem länger zum vollständigen Aufladen als ein kleineres Modell.

Entscheidend ist daher nicht nur die Kapazität, sondern auch die Eingangsleistung. Unterstützt eine große Powerbank nur eine geringe Eingangsleistung, kann das vollständige Aufladen viele Stunden dauern.

Aus meiner Erfahrung als gelernter Elektroniker würde ich die Kapazität deshalb nicht möglichst groß, sondern passend zum tatsächlichen Bedarf wählen. Eine Powerbank hilft dir nur dann, wenn du sie wegen ihres Gewichts und ihrer Größe auch wirklich mitnimmst.

Berücksichtige außerdem, dass Lithium-Akkus mit der Zeit altern. Hohe Temperaturen, lange Lagerung im vollständig entladenen Zustand und starke mechanische Belastungen können ihre Lebensdauer beeinträchtigen.

Eine aufgeblähte, beschädigte, undichte oder ungewöhnlich heiße Powerbank solltest du nicht weiterverwenden. Öffne das Gehäuse nicht und versuche nicht, einzelne Akkuzellen selbst auszutauschen.

Welche Powerbank-Kapazität ist im Flugzeug erlaubt?

Bei Flugreisen ist nicht die mAh-Zahl entscheidend, sondern die Kapazität in Wattstunden. Powerbanks gelten als Ersatzbatterien und gehören grundsätzlich ins Handgepäck, nicht in den aufgegebenen Koffer.

Nach den Hinweisen der International Air Transport Association sind Lithium-Akkus bis 100 Wh im Handgepäck in der Regel erlaubt. Bei Akkus zwischen 100 und 160 Wh kann eine Zustimmung der Fluggesellschaft erforderlich sein.

Größere Akkus sind in Passagierflugzeugen normalerweise nicht zugelassen. Da Fluggesellschaften zusätzliche oder strengere Regeln festlegen können, solltest du die Bestimmungen deiner Airline vor jeder Reise kontrollieren.

Prüfe außerdem, ob die Wh-Angabe auf der Powerbank gut lesbar ist. Besonders bei Modellen zwischen etwa 24.000 und 30.000 mAh solltest du nicht nur nach der mAh-Zahl entscheiden, sondern den aufgedruckten Wh-Wert kontrollieren.

Alle wichtigen Punkte habe ich im Ratgeber zur Powerbank im Flugzeug ausführlicher zusammengefasst.

So findest du in wenigen Schritten die richtige Größe

Bevor du dich für eine Powerbank entscheidest, solltest du sechs Fragen beantworten:

  1. Welche Geräte möchtest du laden?
    Ein Smartphone stellt andere Anforderungen als ein Tablet oder Laptop.
  2. Wie groß sind die Geräteakkus?
    Suche nach den Angaben in mAh oder Wh und addiere bei mehreren Geräten den voraussichtlichen Bedarf.
  3. Wie oft möchtest du nachladen?
    Für eine reine Notreserve reicht weniger Kapazität als für ein Wochenende ohne Steckdose.
  4. Wie wichtig sind Gewicht und Abmessungen?
    Eine kompakte Powerbank ist im Alltag häufig praktischer als eine große Energiereserve, die zu Hause bleibt.
  5. Welche Ladeleistung benötigen deine Geräte?
    Gerade bei Tablets und Laptops muss nicht nur die Kapazität, sondern auch die Wattzahl passen.
  6. Möchtest du die Powerbank im Flugzeug mitnehmen?
    Dann sind die Wh-Angabe und die Regeln deiner Fluggesellschaft besonders wichtig.

Für den typischen Alltag ist eine Powerbank mit 10.000 mAh häufig die ausgewogenste Lösung. Für Reisen, mehrere Geräte oder längere Aufenthalte ohne Steckdose bietet eine Powerbank mit 20.000 mAh mehr Reserve.

FAQ: Häufige Fragen zur Powerbank-Kapazität

Reichen 10.000 mAh für ein Wochenende?

Verliert eine Powerbank mit der Zeit an Kapazität?

Sind zwei kleine Powerbanks besser als eine große?

Kann ich die tatsächliche Kapazität einer Powerbank messen?

Schadet eine zu große Powerbank meinem Smartphone?

Fazit: Die passende Kapazität hängt von deinem Alltag ab

Die richtige Powerbank-Kapazität lässt sich nicht allein an einer möglichst hohen mAh-Zahl festmachen. Entscheidend ist, welche Geräte du laden möchtest, wie lange du ohne Steckdose auskommen musst und wie viel Gewicht du mitnehmen willst.

Für viele Nutzer sind 10.000 mAh im Alltag ein guter Kompromiss. Bei Reisen, mehreren Geräten oder einem Tablet sind 20.000 mAh meist sinnvoller. Bei Laptops musst du zusätzlich auf Wattstunden, USB Power Delivery und eine ausreichend hohe Ausgangsleistung achten.

Ich würde immer etwas Reserve einplanen, aber keine unnötig große Powerbank kaufen. Das praktischste Modell besitzt nicht unbedingt die höchste Kapazität. Entscheidend ist, dass die Powerbank zu deinen Geräten passt und du sie wegen ihrer Größe und ihres Gewichts tatsächlich mitnimmst.

Welche Powerbank-Kapazität nutzt du aktuell, und in welcher Situation – Alltag, Reise oder Outdoor – reicht sie für deine Geräte aus?